Vogelgrippe:
Häufig gestellte Fragen
Fragen zum Vogelgrippevirus
Fragen zur Vogelgrippe bei Tieren
Übertragung der Vogelgrippe auf den Menschen
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Worum
handelt es sich bei der Vogelgrippe?
Bei der aviären Influenza (AI) bzw. Vogelgrippe handelt
es sich um eine hoch ansteckende Viruserkrankung, für die
die meisten Vogelgattungen anfällig sind. Die Krankheit
ist jedenfalls bereits bei verschiedenen Geflügelgattungen
(bei Enten, Gänsen, Hühnern, Truthähnen, Fasanen,
Perlhühnern, Wachteln und Rebhühnern) nachgewiesen
worden. Einige dieser Gattungen weisen deutliche Symptome auf
(Truthähne), anderen ist die Ansteckung kaum anzumerken
(Enten und sonstigen Wasservögeln). Die Art der Symptome
und der Krankheitsverlauf hängen von der Pathogenität
der Virenstämme, dem Alter des befallenen Tieres, dem Umfeld
und sonstigen etwaigen Infektionen ab.
Bei den typischen Krankheitsanzeichen handelt es sich um:
- Atemwegsbeschwerden, Nasennebenhöhlenentzündungen,
tränende Augen, angeschwollener Kopf, wobei Kamm und
Kehllappen dick und blau sind,
- Weniger Eier,
- Schläfrigkeit und Appetitverlust,
- Tod
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Sind
alle Vogelgrippe-Arten identisch?
Nein. Alle Viren der Vogelgrippe gehören zur großen
Familie der Influenza A-Viren. Die Viren, welche zum Beispiel
die Grippe beim Menschen, bei Schweinen und Pferden verursachen,
gehören zu dieser Familie. Die Influenza A-Viren werden,
aufgrund ihrer Struktur, in H-Typen und N-Typen unterteilt.
Es gibt 16 Varianten des H-Typs, 9 vom N-Typ. Jede dieser
Hauptvarianten kann ihrerseits wiederum in verschiedene Stämme
unterteilt werden.
Beim Menschen, bei Schweinen und Pferden ist nur eine begrenzte
Anzahl von Kombinationen von H und N möglich. Anders
bei den Vögeln: bei ihnen gibt es hunderte verschiedenen
Grippeviren; jeder der 16 H-Typen kann mit jedem der 9 N-Typen
kombiniert werden. Der Stamm, der in 2003 Vogelgrippeherde
in Belgien und den Niederlanden verursacht hat, war der Stamm
H7N7 - derjenige, der uns heute Kopfzerbrechen bereitet, der
Stamm H5N1.
Die Viren der Vogelgrippe sind nicht alle problematisch für
die Vögel. Es gibt hoch pathogene und niedrig pathogene
Stämme. Niedrig pathogene Stämme verursachen überhaupt
keine oder kaum Krankheitsanzeichen und werden vor allem zufällig
bei Untersuchungen von Laborproben aus Vögeln gefunden.
Die hoch pathogenen Stämme jedoch können schwerwiegende
Krankheitsanzeichen verursachen, sie sind sehr ansteckend
und lösen typische Vogelgrippe-Herde aus, die eine hohe
Sterblichkeit aufweisen. Wichtig: niedrig pathogene Stämme
können zu jedem der 16 H-Typen gehören, hoch pathogene
Stämme aber sind immer vom Typ H5 oder H7 (nach dem derzeitigen
Kenntnisstand).
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Was
versteht man unter Geflügel?
Im Rahmen der Vorbeugung und der Bekämpfung der Vogelgrippe
gilt die Definition aus dem Ministeriellen
Erlass vom 3. April 2006, der zeitlich begrenzte Maßnahmen
zur Bekämpfung der Vogelgrippe aufführt. Zählen
also zum Geflügel: Hühner, Truthähne, Perlhühner,
Enten, Gänse, Wachteln, Tauben, Laufvögel (Ratites),
Fasane, Rebhühner oder Schwäne oder andere Wasservögel,
die zwecks Reproduktion, zur Produktion von Fleisch oder Konsumeiern,
zur Bereitstellung von Tierbeständen zur Auswilderung
oder zum Vergnügungen oder der Zierde wegen.
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Wie
verbreitet sich das Vogelgrippevirus?
Die Vogelgrippe ist vor allem eine Tierkrankheit, die vorwiegend
Geflügel befällt.
Bei befallenen Tiere befindet sich das Virus in ihrem Speichel,
ihrem Nasenschleim und ihren Ausscheidungen. Vögel können
sich daher anstecken, indem sie mit infiziertem Vogelkot,
infizierten Oberflächen (Schmutz, Kisten) oder infiziertem
Material (Wasser, Nahrung) in Kontakt kommen.
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Können
wir verhindern, dass die Vogelgrippe bis zu uns gelangt?
Da das H5N1-Virus durch Zugvögel verbreitet wird, ist
es unmöglich, die Verbreitung zu kontrollieren. Dies
bedeutet aber natürlich nicht, dass die Krankheit sich
sofort auf Hausvögel ausweitet. Maßnahmen wie die
Stall- und Abschirmpflicht und das Verbot, Geflügel und
Vögel draußen zu füttern und zu tränken
können dazu beitragen, eine solche Übertragung von
wild lebenden Vögeln auf Zuchtvögel zu verhindern.
Außerdem organisiert die Nahrungsmittelagentur in Zusammenarbeit
mit den drei Regionen eine Überwachung ("monitoring")
der in freier Natur lebenden Vögel. Diese Überwachung
zielt darauf ab, ein eventuelles Eindringen des H5N1-Virus
in eine unserer frei lebenden Vogelpopulationen so früh
wie möglich aufzuspüren.
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Welche
Maßnahmen gelten derzeit auf belgischem Gebiet, um der Verbreitung
des Vogelgrippevirus entgegenzuwirken?
Seit Beginn der Tierseuche im Jahre 2003 hat sich die Lebensmittelagentur
bemüht, entsprechend der Entwicklungen vor Ort abgestufte
Maßnahmen zu erstellen. Die diesbezüglichen Empfehlungen
und Richtlinien der Europäischen Kommission sind stets
berücksichtigt worden.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gelten folgende Maßnahmen
für das gesamte belgische Territorium:
Abschirm- und Stallpflicht
a) für professionelle Züchter
- Die Abschirm- und Stallpflicht ist nur noch in den gefährdeten
Zonen Pflicht.
- Außerhalb der gefährdeten Zonen muss das Füttern
und Tränken des Geflügels im Innern oder an einem
abgeschirmten Ort erfolgen.
b) für private Züchter oder Vogelhalter
Innerhalb der gefährdeten Zonen:
- Das Füttern und Tränken der Tiere muss im Innern
oder an einem abgeschirmten Ort erfolgen.
- Enten und Gänse, die in Gefangenschaft gehalten werden, müssen von anderem Geflügel getrennt gehalten werden.
In ganz Belgien:
- Jeder Geflügelhalter muss die Abschirmung von Geflügel innerhalb von 24 Stunden umsetzen können, sobald die AFSCA diese Maßnahme verhängt.
Die Abschirmung ist und bleibt eine gute Maßnahme,
um den Kontakt zwischen Geflügel und frei lebenden Wildvögeln
zu verhindern. Deshalb rät die Föderale Lebensmittelagentur
diese Maßnahmen landesweit für alle in Gefangenschaft
gehaltenen Vögel und Geflügel an. Eine totale Abschirmung
ist derzeit aber nicht Pflicht.
Ausstellungen und Wettbewerbe:
Die Teilnahme von Geflügel aus gewerblicher Haltung
an Wettbewerben und Ausstellungen bleibt weiterhin landesweit
verboten.
Geflügel und Vögel aus privater Haltung
können an solchen Veranstaltungen teilnehmen,
unter folgenden Bedingungen:
- Jede Ansammlung muss unter der Aufsicht eines anerkannten
Tierarztes stehen, der vom Bürgermeister der betreffenden
Gemeinde bezeichnet wurde.
- Der Veranstalter muss eine Liste führen, in der Namen
und Adressen aller Teilnehmer verzeichnet sind. Diese Liste
muss während mindestens zwei Monaten zur Verfügung
der Föderalen Nahrungsmittelagentur AFSCA gehalten
werden.
Geflügel- , Vogel - und Brieftaubenmärkte:
- Anerkannte Geflügelhändler und Privatpersonen dürfen Geflügel und Vögel ausstellen.
- Für Privatpersonen gilt, dass nur Gelegenheitsverkäufe von Tieren aus eigener Produktion erlaubt sind, wenn die Marktorganisation und –verwaltung gewährleistet, dass es sich um einen Gelegenheitsverkauf handelt und dass die Herkunft der Tiere garantiert ist.
- Sollten sich mehrere Händler zeitgleich auf dem gleichen Markt befinden, müssen diese so weit wie möglich voneinander getrennt werden; gegebenenfalls wird die Anzahl Händler auf dem Markt begrenzt.
- Die Herkunft der auf dem Markt angebotenen Tiere muss garantiert sein. Dies bedeutet für gewerbliche Züchter, dass jedes Geflügel und jeder Vogel aus einem registrierten Geflügelzuchtbetrieb stammen muss, in dem die Tiere während der 10 Tage vor dem Markt abgeschirmt wurden; für Privatpersonen, dass jedes Geflügel und jeder Vogel während der 10 Tage vor dem Markt abgeschirmt werden mussten.
Impfungen:
Die Europäische Union hat es Belgien ermöglicht,
unter bestimmten strikten Bedingungen die Tiere in den Zoos
und anderen Vogelparks zu impfen.
Maßnahmen für gewerbliche Züchter:
Die Maßnahmen, die für gewerbliche Züchter
vorgesehen sind, können Sie auf dem Site der Föderalen
Nahrungsmittelagentur FSN (AFSCA) einsehen.
Aufgrund der neueren Entwicklungen besteht die Möglichkeit,
dass die Maßnahmen erneut angepasst werden. Das Interministerielle
Kommissariat Influenza wird eventuelle neue Maßnahmen
mitteilen.
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Worin
liegt der Unterschied zwischen der Fütterung und Tränkung
im Inneren, Schutzmaßnahmen und Stallpflicht?
Im Innern füttern und tränken
Vögel und Geflügel drinnen zu füttern und zu tränken ist
eine Maßnahme, um zu verhindern, dass die Ausscheidungen
eventuell angesteckter Wildvögel das Futter der Tiere infizieren.
Der Verzehr von infiziertem Futter könnte die Tiere mit der
Vogelgrippe anstecken. Wenn Sie in einer gefährdeten
Zone wohnen und es Ihnen nicht möglich ist, Ihre Tiere
drinnen zu füttern, sollten Sie dafür sorgen, dass
der Ort, wo die Tiere gefüttert werden, komplett abgedeckt
ist.
Abschirmpflicht
Die Abschirmpflicht besteht weiterhin für gewerbliche
Züchter in den gefährdeten Zonen. Dies bedeutet,
dass Geflügel durch Netze oder Gitter vor Wildvögeln
ab der Größe einer Ente geschützt werden muss.
Auf diese Weise kann der Kontakt zwischen Geflügel und
eventuell infizierten Wildvögeln verhindert werden. Der
Kontakt könnte in der Tat zu einer Ansteckung mit dem
Vogelgrippe-Virus führen. Die Netze oder Gitter müssen
einen Durchmesser von maximal 10 cm aufweisen, damit Vögel
von der Größe einer Ente nicht hindurch schlüpfen
können.
Die Abschirmpflicht gilt weiterhin für:
-> gewerbliche Züchter in gefährdeten Zonen
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Ist
der Handel mit Vögeln und Geflügel auf Märkten wieder erlaubt?
Ja. Der Verkauf von Vögeln und Geflügel auf öffentlichen
Märkten durch anerkannte Geflügelhändler ist
erlaubt, solange in Belgien kein Fall von Vogelgrippe nachgewiesen
wurde, und unter der Bedingung, dass der Markt unter der Aufsicht
eines Veterinärmediziners steht, der durch den Bürgermeister
bezeichnet wurde, dass der Veranstalter eine Anwesenheitsliste
der Händler oder Personen führt, die dort Waren
verkaufen und dass, sollten mehrere Händler zeitgleich auf dem Markt anwesend sein, die betreffenden Verkäufer soweit
wie möglich voneinander entfernt auf dem Markt verteilt
werden.
Es ist daher angezeigt, gegebenenfalls die Anzahl Händler auf dem Markt zu begrenzen.
Privatpersonen dürfen lediglich Gelegenheitsverkäufe eigener,
überzähliger Ware tätigen. Mit anderen Worten: der Verkäufer
darf Geflügel oder Vögel nicht zum Zweck des Weiterverkaufs
züchten und sie auch nicht zu diesem Zweck erwerben.
Die Herkunft aller auf dem Markt angebotenen Tiere muss garantiert sein. Dies bedeutet für gewerbliche Züchter: jedes Geflügel und jeder Vogel muss aus einem registrierten Geflügelzuchtbetrieb stammen, in dem die Tiere während der 10 Tage vor dem Markt abgeschirmt wurden. Für Privatpersonen: jedes Geflügel und jeder Vogel mussten während der 10 Tage vor dem Markt abgeschirmt werden.
Achtung! Ferner unterliegt der Verkauf von Geflügel auf
Märkten den im Folgenden aufgeführten Bestimmungen:
- Der Verkäufer muss eine von der Föderalen Lebensmittelagentur
AFSCA ausgestellte Gesundheitsbescheinigung vorweisen können.
- Jedes Geflügel muss durch eine Tierarzt gegen die Newcastle-Krankheit
geimpft worden sein.
- Der Tierarzt muss dazu eine Impfbescheinigung augestellt
haben.
- Der Verkäufer muss über eine Gesundheitsbescheinigung
verfügen und ein Register führen, in dem alle Verkäufe
aufgelistet sind. (Ministerieller Erlass vom 4. April 1992
über die zeitlich begrenzten Maßnahmen im Kampf
gegen die Pseudo-Vogelgrippe)
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Wie
wirkt sich ein Vogelgrippeherd bei Geflügel aus?
Hoch pathogene Vogelgrippeherde können schwere wirtschaftliche
Schäden für Geflügelbetriebe zur Folge haben.
Das Ausmaß der Schäden ist umso größer,
wenn sich der Herd auf ein ganzes Land oder eine ganze Region
ausgebreitet hat. Die Eindämmung der Verbreitung kann
sich als überaus schwierig und zeitaufwändig erweisen.
Die internationale Gemeinschaft und die Regierungen ergreifen
in der Regel strenge Maßnahmen, sobald ein Herd entdeckt
worden ist.
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Wie
wirkt sich ein Vogelgrippeherd bei Geflügel in Belgien aus?
Ein Fall von Vogelgrippe oder ein Vogelgrippeherd in einem
Betrieb, bei einer Privatperson oder bei Wildvögeln,
ist beunruhigend und sogar bedrohlich, wenn es sich um das
tödliche H5N1-Virus handelt. Zunächst wird es darum
gehen, die Gesundheit der einzelnen Personen, die einen intensiven
Kontakt zu erkrankten oder verendeten Vögeln haben oder
hatten, engmaschig zu überwachen.
Auftreten der Krankheit bei Wildvögeln
Sollte die Vogelgrippe innerhalb einer Wildvogelpopulation
festgestellt werden, müssen rund um den Fundort eine
Schutz- und eine Überwachungszone eingerichtet werden
(3 km und 10 km). Auf diesem Territorium muss das monitoring
(Überwachung) der Wildvögel verstärkt werden,
um auszuwerten, in welchen Maß die Krankheit sich ausbreitet.
Schutzmaßnahmen müssen ergriffen werden, um eine
Ausbreitung des Virus auf die Ställe von gewerblichen
und privaten Geflügelhaltern zu vermeiden.
Auftreten der Krankheit bei einem gewerblichen Züchter
Sollte die Krankheit in einem Betrieb ausbrechen, wird dieser
isoliert. Ärzte untersuchen dann genauestens alle Personen,
die innerhalb des Betriebs leben oder arbeiten, aber auch
jede Person, die den Betrieb betreten hat oder mit eventuell
infiziertem Geflügel in Kontakt gekommen ist. Konkret
bedeutet dies, dass die Gesundheit dieser Personen engmaschig
überwacht wird und dass sie bei Bedarf vorbeugend antivirale
Medikamente erhalten. Gewerbliche und private Halter in der
Nähe des Herdes (1 km- oder 3 km-Zone), bei denen eine
vorbeugende Sanierung durchgeführt wird, erhalten eventuell
ebenfalls vorbeugend Medikamente.
Auftreten der Krankheit bei einem privaten Geflügelhalter
Sollte die Krankheit bei einer Privatperson auftreten, wird
der Hausarzt deren Gesundheit und die ihrer Familie engmaschig
überwachen und ihnen, falls erforderlich, vorbeugend
antivirale Medikamente verabreichen. Auch in diesem Fall erhalten
möglicherweise alle privaten und gewerblichen Züchter
in der unmittelbaren Nähe des Herdes (1 km- und 3 km-Zone),
bei denen eine vorbeugende Sanierung durchgeführt wird,
vorbeugend Medikamente.
Es besteht daher kein Grund dafür, einen Vorrat antiviraler
Medikamente anzulegen. Im Gegenteil, die Behörden fordern
die Bevölkerung auf, die verfügbaren Medikamente
den Bevölkerungsgruppen zu überlassen, die als besonders
empfindlich gelten und deshalb die Medikamente benötigen.
Sollten einer oder mehrere Herde in Belgien auftreten, bedeutet
dies noch nicht, dass wir es mit einer Pandemie oder einer
weltweiten Epidemie eines Virus zu tun haben, das eine Bedrohung
für den Menschen darstellt. Dazu müsste sich das
Virus der Vogelgrippe in ein Virus verwandeln, das leicht
von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Derzeit
gibt es keine Anzeichen dafür, dass dies hierzulande
oder anderswo geschieht. In der Tat gibt jede neue Ansteckung
eines Menschen dem Virus die Gelegenheit, sich so zu verändern,
dass es von Mensch zu Mensch übertragbar wird. Deshalb
legen alle zuständigen öffentlichen Einrichtungen
Wert auf eine möglichst wirksame Bekämpfung des
Virus bei Tieren. Je weniger infizierte Tiere es gibt, desto
geringer das Risiko, dass ein Mensch angesteckt wird und das
Virus sich soweit anpasst, dass es eine Pandemie verursachen
könnte.
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Treten
häufig Vogelgrippeherde bei Geflügel auf?
Seit Mitte der Neunziger Jahre sind große Vogelgrippeepidemien
in Geflügelbeständen aufgetreten. Zunächst
in Mexiko, anschließend in Europa (Italien, Niederlande
und Belgien) und derzeit in Südostasien, Afrika und einigen europäischen Ländern. Bei den Untertypen
handelte es sich um H5, H7 und erneut um H5.
Die vollständige Liste aller von Vogelgrippe betroffenen
Länder finden Sie hier.
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Kann
mein Voliere- oder Käfigvogel an der Vogelgrippe erkranken?
Ja, auch andere Vögel als Geflügel sind für
die Krankheit anfällig.
Import von Voliere- oder Käfigvögeln:
Importierte Vögel werden zunächst einen Monat lang
beobachtet, auch werden sie in einem zugelassenen Quarantänezentrum
getestet, um eine Einschleppung des Virus ins Land zu vermeiden.
Diese Zentren unterstehen der Aufsicht der AFSCA. Jede Einfuhr
von Volierevögeln aus den betroffenen Ländern sind
aufgrund der Vogelgrippeepidemie in Südostasien vorläufig
verboten.
Maßnahmen:
Um möglichst jeden Kontakt zwischen Geflügel und Wildvögeln zu vermeiden, gelten für Privatpersonen folgende Maßnahmen:
- In den gefährdeten Zonen dürfen Vögel und Geflügel nicht im Freien gefüttert oder getränkt werden, es sei denn, sie sind durch Netze oder Gitter abgeschirmt. (Diese Maßnahme wird auch außerhalb der gefährdeten Zonen empfohlen)
- In den gefährdeten Zonen müssen in Gefangenschaft gehaltene Gänse und Enten von anderem Geflügel
getrennt werden.
- In den gefährdeten Zonen sind gewerbliche Züchter verpflichtet, ihre Vögel und ihr Geflügel abzuschirmen.
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Kann
man Geflügel gegen das H5N1-Virus impfen?
Nein. Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine meldepflichtige
Krankheit, gegen die grundsätzlich keine Impfung möglich
ist. Die Impfung wird derzeit noch nicht als vorbeugendes
Mittel eingesetzt, da die geimpften Tiere, die sich anschließend
anstecken würden, weniger oder überhaupt keine Krankheitsanzeichen
aufweisen würden, das Virus jedoch nach wie vor ausscheiden
würden. Dies wiederum kann erneut eine Bedrohung für
Mensch und Tier darstellen.
Eine diesbezügliche Ausnahme wird lediglich unter bestimmten,
überaus strengen Bedingungen für zugelassene Tierparks
gemacht.
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Ist
die Vogelgrippe ansteckend für meinen Hund oder meine
Katze?
Momentan gibt es keinen Grund für die Annahme, dass
Ihr Hund oder Ihre Katze sich mit Vogelgrippe anstecken könnte.
Erstens, weil bisher kein Vogelgrippe-Fall in Belgien aufgetreten
ist. Zweitens hat es den Anschein, dass lediglich Katzen sich
anstecken können (also keine Hunde), wenn sie intensiv
und wiederholt mit infizierten Vögeln in Kontakt gekommen
sind.
In Asien
So sind rund 40 Tiger eines thailändischen Zoos in 2004
an der Vogelgrippe gestorben. Die Tiere waren mit rohen Vogelgerippen
gefüttert worden. Sie haben wahrscheinlich große
Mengen des Virus' aufgenommen, als sie die Gerippe vor dem
Fressen beschnüffelt haben. Bisher ist keine Ansteckung
von Tiger zu Tiger nachgewiesen worden. Das Virus wurde auch
nicht auf die Tierärzte oder das Pflegepersonal übertragen,
die in engen Kontakt mit den Tieren gekommen waren.
Labortests
Labortests in Rotterdam haben nachgewiesen, dass Katzen sich
die Vogelgrippe zuziehen können, wenn sie dem H5N1-Virus
intensiv ausgesetzt werden (Fressen von rohem Geflüglefleisch,
direkte Verabreichung des Virus über die Atemwege). Das
Labor konnte ebenfalls nachweisen, dass Katzen in Extremsituationen
und unter sehr hohem Infektionsdruck die Krankheit auf andere
Katzen übertragen können.
Ansteckung von Katze / Hund zu Mensch
Bisher deutet nichts darauf hin, dass eine Ansteckung von
Katze zu Mensch erfolgt ist. Das Vogelgrippe-Virus ist und
bleibt ein Virus, der vor allem größere Vögel
befällt, wie beispielsweise Wasservögel. Menschen
und Säugetiere werden nur sehr selten von dem Virus befallen.
Und auch diese Übertragung ist nur möglich bei sehr
engem und wiederholtem Kontakt mit stark infizierten Vögeln.
Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Hunde sich
mit dem H5N1-Virus anstecken können.
Infizierte Katzen in Europa
In Deutschland und Österreich sind mehrere Katzen mit
dem H5N1-Virus infiziert worden. In allen Fällen ist
es erwiesen, dass die Katzen sich durch einen engen und wiederholten
Kontakt mit infizierten Vögeln angesteckt haben.
Deutschland hat eine zusätzliche Maßnahme verhängt:
in der Umgebung eines Vogelgrippe-Herdes müssen Katzen
drinnen gehalten werden.
In Österreich wurden 170 Katzen des Asyls, in dem die
infizierten Katzen gefunden wurden, in der tiermedizinischen
Fakultät der Universität Wien unter Quarantäne
gestellt, um zu untersuchen, ob auch sie sich mit dem Virus
angesteckt haben. Derzeit wurden keine weiteren Maßnahmen
ergriffen.
Maßnahmen in Belgien
Da bisher in Belgien kein Vogelgrippe-Fall aufgetreten ist,
ändert die infizierte Katze aus Deutschland nichts an
den derzeit zu ergreifenden Maßnahmen.
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Kann
ich in der freien Natur Wildvögel füttern?
Die Vorschriften
Seit dem 1. Mai besagen die Vorschriften, dass gewerbliche
Züchter ihre Tiere im Innern zu füttern und zu tränken
haben, um jeden Kontakt mit Wildvögeln zu vermeiden.
Tiere in der Natur zu füttern ist nicht verboten, unter
der Bedingung, dass diese Vögel nicht in Kontakt mit
Ihren eigenen Tieren kommen.
Sollte die Vogelgrippe-Gefahr wieder ansteigen:
Vor allem in den gefährdeten Zonen wird angeraten, frei
lebende Enten und Gänse in Parks nicht zu füttern
(beispielsweise mit alten Brotresten). Dies könnte nämlich
andere Vögel herbeilocken und so das Ansteckungsrisiko
für die Vögel im Park erhöhen.
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Kann
ich in meinem Garten Wildvögel füttern?
Wenn Sie kein Geflügel halten:
Wenn Sie oder Ihre Nachbarn kein Geflügel halten, können
Sie die kleinen Vögel füttern. Achten Sie aber darauf,
dass größere Vögel (z.B. Enten, Gänse)
nicht durch die Nahrung angelockt werden. Sie können
dies verhindern, indem Sie das Futter den Blicken der größeren
Vögel entziehen. Da die kleinen Vögel tiefer fliegen,
finden sie das Futter, selbst wenn es ein wenig versteckt
ist.
Wenn Sie selbst Geflügel halten:
Wenn Sie selbst Geflügel halten und in einer gefährdeten
Zone wohnen, raten wir Ihnen davon ab, Wildvögel in Ihrem
Garten zu füttern! Die Wildvögel könnten Ihr
Geflügel anstecken.
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Was
soll ich tun, wenn ich in meiner Gemeinde bemerke, dass jemand
sich nicht mehr um seine Vögel kümmert?
Es ist absolut unverantwortlich, wenn Tierhalter ihre Tiere
im Stich lassen. Ein solches Problem muss von der betreffenden
Gemeinde gelöst werden. Wenn Sie also einschreiten möchten,
ist es das Beste, wenn Sie Ihre Gemiende kontaktieren. Jede
Person, die ihre Tiere vernachlässigt, kann von der Polizei
bestraft werden.
Wir raten Ihnen dringend davon ab, verlassene Tiere zu füttern
oder tränken.
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Ist
die Vogelgrippe ebenfalls für den Menschen ansteckend?
Je nach Typ ist das Virus auf den Menschen übertragbar.
Es hat sich herausgestellt, dass von den über hundert
möglichen Varianten des Vogelgrippevirus lediglich eine
begrenzte Anzahl für den Menschen ansteckend ist.
Der Virustyp, der 2003 in den Niederlanden, in Belgien und
Deutschland herrschte (H7N7), hat bei mehreren Personen, die
intensiven Kontakt zu befallenem Geflügel hatten, Schleimhautentzündungen
rund um die Augen hervorgerufen. Darüber hinaus ist in
den Niederlanden ein mit dem Vogelgrippevirus angesteckter
Tierarzt verstorben.
Das Vogelgrippevirus, um das es sich derzeit handelt, ist
das Influenzavirus A/H5N1.
Innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren sind einige
Fälle von mit dem Vogelgrippevirus angesteckten Menschen
gemeldet worden. Die Hälfte von ihnen ist an den Folgen
verstorben. Hierbei handelte es sich ausschließlich
um Ansteckungen von Tier zu Mensch. In den meisten Fällen
lebten diese Menschen unter schlechten Hygienebedingungen
in engem Kontakt zu den befallenen Tieren. Die Gefahr einer
solchen Ansteckung unter den derzeit bei uns herrschenden
Bedingungen ist verschwindend gering.
(Aktuelle Informationen sind auf der WHO-Website zu finden
- www.who.int)
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Sind
die derzeitigen Vogelgrippeherde bei Geflügel ebenfalls für
den Menschen gefährlich?
Nein. Vor allem die gelegentlichen Herde des Vogelgrippevirus
vom Typ A-H5N1 sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt für
den Menschen gefährlich. Um die Gefahr für die Volksgesundheit
einschätzen zu können, ist es notwendig, den genauen
Vogelgrippetyp zu kennen. Es bleibt dennoch von Bedeutung,
alle Vogelgrippeherde bei Vögeln möglichst schnell
in den Griff zu bekommen. In der Tat ist es nicht ausgeschlossen,
dass eine weniger gefährliche Form nach einigen Monaten
zu einer gefährlichen Variante mutiert.
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Wie
kann sich dieses Vogelgrippevirus auf den Menschen übertragen?
Das Vogelgrippevirus H5N1 hat Menschen über die Atemwege
befallen, nachdem diese intensiven Kontakt zu kontaminiertem
Geflügel gehabt haben. Dies kann etwa passieren, wenn
kranke Hühner eine hohe Menge Viren in die Luft abgeben,
oder wenn bei der Beseitigung kranker und verendeter Tiere
nicht mit der gebotenen Vorsicht vorgegangen wurde. Diese
Art von Ansteckung von Huhn zu Mensch ist überaus selten.
Bisher wurde keine dauerhafte Ansteckung von Mensch zu Mensch
festgestellt.
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Ist
es gefährlich, einen toten Vogel zu berühren?
Beim Einsammeln von toten Vögeln besteht nur ein sehr
geringes Risiko der Ansteckung für den Menschen. Es handelt
sich weder um eine Probenentnahme noch um eine Autopsie. Das
Virus wird nur in geringem Maße um den Kadaver herum
verteilt, auch ist es wenig resistent gegenüber den Umweltbedingungen.
Die üblichen Hygienevorsichtsmaßnahmen werden
angewandt: das Tragen von Latex-Handschuhen und das Waschen
und Desinfizieren der Hände am Ende der Arbeiten. Es
ist anzuraten, vor jeder weiteren Tätigkeit die Kleidung
zu wechseln (ein Arbeitshemd oder Wegwerf-Hose sind ideal
dafür). Auch wird empfohlen, eine einfache Schutzmaske
und eventuell eine Schutzbrille zu tragen. Diese Vorsichtsmaßnahmen
sind nicht notwendig, wenn die Kadaver vorsichtig behandelt
werden.
Dicht verschlossene Plastiksäcke reichen aus, um die
Kadaver darin zu transportieren.
Die Person, welche das Einsammeln durchführt, darf während
vier Tagen nach dem Einsammeln auf keinen Fall Kontakt zu
Geflügel oder Hausvögeln haben. Die gleichen Empfehlungen
müssen den Personen mitgeteilt werden, die Kontakt zu
den Kadavern hatten.
Zusammengefasst:
- Tragen Sie Handschuhe beim Einsammeln von Kadavern (Latexhandschuhe
sind ideal).
- Stecken Sie den Kadaver in eine dichte und wasserundurchlässige
Plastiktüte.
- Verschließen Sie die Tüte und stecken Sie sie
in einen zweiten Sack.
- Ziehen Sie die Handschuhe aus, indem Sie das Innere nach
außen stülpen und legen Sie sie in den zweiten
Plastiksack, den Sie dann hermetisch verschließen.
- Öffnen Sie den Sack nicht mehr.
- Waschen Sie Hände, Unterarme und Fingernägel
mit Wasser und Seife oder einem Desinfektionsmittel, und
berühren Sie vorher keine Nahrungsmittel.
- Säubern und desinfizieren Sie die Schuhe oder Stiefel.
- Eventuelle Flecken oder Verschmutzungen der Kleidung müssen
mit Wasser und Seife behandelt werden. Die Kleidung selbst
kann ganz normal gereinigt werden.
- Um jede Kontamination des Fahrzeugs zu vermeiden, wird
angeraten, den Sack auf eine Plastikfolie oder in eine geeignete
Kiste zu legen. Jede Verschmutzung des Fahrzeugs muss nach
dem Transport gereinigt und desinfiziert werden.
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Wie
kann man eine Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus vermeiden?
Personen mit engem Kontakt zu Geflügel
Menschen, die intensiv mit dem Virus in Kontakt kommen (etwa
bei der Säuberung kontaminierter Betriebe oder bei vorbeugenden
Säuberungen), müssen sich durch das Tragen von Schutzkleidung
(Schutzanzug, Gummistiefeln, Handschuhen, Schutzbrille), durch
gründliche Hygiene (Händewaschen, Dusche nach dem
Kontakt mit (potenziell) befallenem Geflügel) und mit
den erforderlichen medizinischen Vorsichtsmaßnahmen
(Grippeimpfung und Einnahme eines antiviralen Präparats)
schützen.
Reisende
Reisenden, die einer Risikogruppe angehören und ein
Land bereisen, in dem die Vogelgrippe herrscht, wird empfohlen,
sich vor der Abreise gegen die menschliche Grippe impfen zu
lassen. Im Bestimmungsland müssen sie jeglichen Kontakt
zu Geflügel und Vögeln meiden sowie eine gute Hygiene
einhalten. Auf keinen Fall dürfen sie Fleisch, Fleischerzeugnisse,
Milch und Milchprodukte in die EU mitbringen.
Personen, die einen toten Vogel aufgefunden haben
Um die Labore nicht unnötig zu überlasten, weisen
wir darauf hin, dass der Fund eines toten Vogels nicht unbedingt
bedeutet, dass die Vogelgrippe Belgien erreicht hat. Wie alle
anderen Lebewesen sterben auch die meisten Vögel eines
natürlichen Todes. Deshalb bitten wir Sie, lediglich
unter folgenden Umständen die Entdeckung toter Vögel
zu melden:
- wenn sie an derselben Stelle aufgefunden wurden,
- wenn sie zum selben Zeitpunkt aufgefunden wurden,
- wenn sie derselben Gattung oder Familie angehören
und wenn es sich mindestens um die folgende Anzahl Vögel
handelt:
- 1 Schwan
- 20 Möwen, Silbermöwen und Stare
- 5 Tiere derselben Gattung (etwa Enten)
Wenn Sie einige wenige tote Vögel auffinden (weniger als die
oben erwähnten Richtwerte), benachrichtigen Sie bitte die Polizei
oder die Säuberungsdienste Ihrer Gemeinde. Diese werden die
Kadaver beseitigen.
Wenn die Anzahl der aufgefunden Vögel die oben erwähnten
Richtwerte übersteigt, kontaktieren Sie bitte das Föderale
Call Center unter der kostensen Rufnummer 0800 99 777.
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Kann
sich der Mensch durch den Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern
oder Produkten aus Geflügel oder Eiern anstecken?
Die Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus erfolgt über
die Atemwege. In einem von der Vogelgrippe betroffenen Land
ist es also nicht gefährlich, Hühnerfleisch, Eier
oder Erzeugnisse aus Hühnerfleisch oder verarbeiteten
Eiern zu verzehren.
Im Übrigen ist man gut beraten, der allgemeinen Empfehlung
zu folgen, Hühnerfleisch stets gut durchzugaren und dabei
ein hohes Maß an Hygiene walten zu lassen. Das bedeutet:
bewahren Sie rohe Nahrungsmittel und zubereitete Nahrung getrennt
von einander auf, und waschen Sie alles, was mit rohem Fleisch
in Berührung kommt, gründlich.
Das beratende Gremium der Föderalen Nahrungsmittelagentur
AFSCA hat in 2005 ein Plakat veröffentlicht, das darauf
hinweist, dass "Eier und frisches Geflügelfleisch
auf dem belgischen Markt von gesunden Tieren stammen".
Dies bedeutet mit anderen Worten, dass rohe Eier, die auf
den belgischen Markt kommen, den gesetzlichen Bestimmungen
entsprechen und für die Zubereitung von Süßspeisen
(Mousse au chocolat, Tiramisu) oder Mayonnaise verwendet werden
können.
Es sei daran erinnert, dass die Vogelgrippe in Belgien derzeit
nicht herrscht. Vorsichtsmaßnahmen gelten hier also
nicht.
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Gibt
es einen Impfstoff gegen das Vogelgrippevirus A–H5N1 zum Schutz
des Menschen?
Nein. Der gängige Impfstoff gegen die saisonale Grippe,
der jedes Jahr weltweit in zwei Varianten hergestellt wird
(eine für die Nord- und eine für die Südhalbkugel),
bietet keinen Schutz vor der asiatischen Vogelgrippe. Bei
der Vogelgrippe handelt es sich in der Tat um ein Influenzavirus,
das in erster Linie Vögel befällt.
Die WHO hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen Labors einen
menschlichen Impfstoff gegen den derzeit im Umlauf befindlichen
Stamm der aviären Influenza A-H5N1 entwickelt. Klinische
Studien wurden gestartet, um zu testen, welchen Schutz dieser
Impfstoff bietet. Seine Wirksamkeit als Impfstoff gegen eine
Pandemie wird jedoch begrenzt sein, da ein wirksamer Impfstoff,
der einen guten Schutz bietet, erst hergestellt werden kann,
wenn das Virus zu einer für den Menschen ansteckenden
und tödlichen Variante mutiert ist, was derzeit nicht
der Fall ist.
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Gibt
es Arzneimittel gegen das Vogelgrippevirus?
Ja, nämlich die so genannten antiviralen Medikamente.
Diese werden in der Behandlung bestimmter Virus-Erkrankungen
eingesetzt. Im Prinzip verkürzen diese Medikamente die
Infektion und verringern die Schwere der Erkrankung und ihrer
Komplikationen, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach den
ersten Symptomen verabreicht werden.
Die Regierung hat einen Aktionsplan erarbeiten lassen, der
das Anlegen einer Reserve von 3 Millionen Behandlungseinheiten
antiviraler Medikamente vorsieht. Diese Behandlung wird eingesetzt
werden, wenn eine Person mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert
sein sollte. Es gibt also keien Grund dafür, antivirale
Medikamente bei sich zu Hause zu horten. Im Gegenteil: die
Regierung bittet die Bevölkerung, die Medikamente zur
Verfügung der Risikopatienten zu lassen.
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Muss
ich besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn ich verreise?
Der beste Schutz gegen die Vogelgrippe ist die Einhaltung
folgender Empfehlungen:
EMPFEHLUNGEN, um sich vor der Vogelgrippe
zu schützen:
1. Vermeiden der Risikozonen
- Vermeiden Sie jeden Kontakt zu jeglichem Vogel und vor
allem Hühnern, Enten oder Geflügel (z.B. Besichtigung
von Geflügelfarmen oder -märkten).
- Vermeiden Sie ebenfalls jeglichen Kontakt zu Vogelfedern
und -kot.
2. Hygienemaßnahmen
- Regelmäßiges Händewaschen, vor allem vor
dem Essen. Die Hände lassen sich mit antiseptischen
und antibakteriellen Lösungen aus der Apotheke wirksam
desinfizieren.
- Gut durchgegartes Geflügel kann bedenkenlos verzehrt
werden. Dasselbe gilt für Eier. Das Virus wird bei
Temperaturen ab 70°C abgetötet.
- Nicht in der unmittelbaren Umgebung von Geflügel
schlafen.
- Sich bewusst machen, dass Ihre Kinder gefährdet sind,
wenn sie in der Nähe von Geflügel spielen: erinnern
Sie sie an die gebotenen Verhaltensweisen.
3. Maßnahmen medizinischer Art
- Es wird keine systematische Impfung mit dem üblichen
Grippeimpfstoff empfohlen. Die Grippeimpfung bietet keinen
Schutz vor der eigentlichen Vogelgrippe. Wer sich vor der
klassischen Grippe schützen möchte, kann dies
bei uns selbstverständlich tun. Der beste Zeitpunkt
dafür ist der Herbst, direkt vor Beginn der Grippesaison.
Die Impfung der in der Stellungnahme des Hohen Gesundheitsrates
beschriebenen Risikogruppen wird empfohlen. Im asiatischen
Tropengebiet gibt es keine eigentliche Grippesaison; während
des gesamten Jahres ist dort eine Mischung von Grippeviren
im Umlauf. Die Grippeimpfung bietet dort wahrscheinlich
einen geringeren Schutz gegen die menschliche Grippe.
- Den Einwohnern der betroffenen Länder, den Reisenden
und Touristen wird derzeit nicht empfohlen, vorbeugend antivirale
Medikamente einzunehmen.
Diese Empfehlungen beruhen auf den derzeitigen Erkenntnissen
der Virologie und Epidemiologie. Sie können regelmäßig
überarbeitet und bei Bedarf abgeändert werden.
EMPFEHLUNGEN bei der Rückkehr aus einem betroffenen
Land:
Wenn Sie aus einem von der Vogelgrippe betroffenen Land
oder einer solchen Region zurückkehren, dürfen Sie
in unserem Land während 4 Tagen keinen Kontakt zu Geflügel
haben. Auch ist es verboten, lebende Vögel oder Nahrungsmittel
aus diesen Ländern einzuführen. Wenn Sie während
Ihrer Reise Kontakt zu Geflügel hatten und sich in der
Woche nach Ihrer Rückkehr schlecht fühlen, an Fieber
und Husten leiden, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen.
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Besteht
eine Gefahr für unser Wasser (Trinkwasser und Oberflächenwasser)?
Sollte in unserem Land ein Fall von Vogelgrippe auftreten,
können Sie Ihr Geflügel nicht mehr mit Oberflächenwasser
tränken. Es handelt sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme.
Bisher ist nie nachgewiesen worden, dass ein Mensch sich durch
Nahrung oder Getränke mit der Vogelgrippe angesteckt
hat. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Geflügel
oder Vögel, die viel sensibler für das Virus sind,
sich durch kontaminiertes Wasser infizieren.
Die Angst, Sie könnten sich selbst durch Kontakt mit
Oberflächenwasser anstecken, ist vollkommen unbegründet.
Die Konzentration der eventuell im Wasser vorhandenen Viren
reicht nicht aus, um einen Menschen zu infizieren. Menschen
werden überhaupt selten mit Vogelgrippe angesteckt, und
nur dann, wenn sie in engem und wiederholtem direktem Kontakt
mit infizierten Vôgeln standen.
Wir müssen unterscheiden zwischen Wasser aus Flaschen,
Wasser aus der Leitung, Quellwasser, Grundwasser, Regenwassser,
Regenwasser, das Sie selbst auffangen, und Oberflächenwasser.
> Wasser aus Flaschen und aus der Leitung
Leitungwasser muss sehr strengen Normen entsprechen, bei
Bedarf wird es behandelt. Im Verlauf des Reinigungsprozesses
werden schädliche Bakterien zurückgehalten und beseitigt.
Das Vogelgrippe-Virus kann im geklärten Wasser nicht
überleben. Auch Wasser aus Flaschen unterliegt sehr strengen
Normen. Sowohl Leitungswasser als auch Flaschenwasser werden
regelmäßig untersucht und stellen daher keine Bedrohung
für Mensch oder Tier, Gefügel oder Haustiere dar.
> Quellwasser und Grundwasser
Dieses Wasser kommt nicht direkt mit Vögeln und ihren
Ausscheidungen in Kontakt. Es ist daher sehr unwahrscheinlich,
dass das Virus dieses Wasser erreicht. Bevor Quell- oder Grundwasser
seinem Verwendungszweck zugeführt wird, wird es analysiert.
Wird ein Wasser als Trinkwasser eingestuft, stellt es für
Mensch oder Tier, Geflügel oder Haustiere keine Bedrohung
dar.
>Regenwasser, das in geschlossenen Behältern aufgefangen
wird
Regenwasser, das von Ihrem Dach oder aus Ihrer Regenrinne
läuft und das in einem geschlossenen Behälter aufgefangen
wird, kann theoretisch winzig kleine Mengen Virus enthalten.
Doch selbst wenn kleinste Dosen vorhanden sein sollten, sind
die Überlebenschancen des Virus verschwindend gering,
so dass Regenwasser, das in geschlossenen Behältern aufgefangen
wird, keine Gefahr für die Verbreitung der Vogelgrippe
darstellt. Regenwasser ist nicht zum Verzehr und für
die Zubereitung von Nahrung geeignet. Das hat nichts mit der
Vogelgrippe zu tun, sondern mit allgemeinen Hygienevorschriften.
Der Gebrauch von Regenwasser für Spülen, Bad oder
Dusche scheint uns aus Hygienegründen nicht angebracht,
es kann jedoch bedenkenlos für die Wäsche, die Toilettenspülung,
die Autowäsche und das Gießen von Rasen, Pflanzen
und Blumen genutzt werden.
>Oberflächenwasser und Regenwasser, das für
Wildvögel erreichbar ist (also nicht geschüzt oder
abgedeckt ist)
Sobald ein Fall von Vogelgrippe in Belgien festgestellt werden
sollte, wird es verboten, privat oder gewerblich gehaltenes
Geflügel und alle in Gefangeschaft gehaltenen Vögel
mit Wasser zu tränken, das aus Wasservorräten stammt,
die Wildvögeln zugänglich sind, also aus nicht abgedeckten
Teichen oder Tümpeln - es sei denn, das Wasser wurde
entsprechend behandelt, um eventuelle Viren abzutöten.
Auch Regenwasser, das in offenen Behältern aufgefangen
wird, kann mit Geflügel in Kontakt kommen. Die Maßnahmen,
die das Tränken mit Oberflächenwasser verbieten,
dienen der Vorbeugung. Bisher ist noch nie die Ansteckung
eines Menschen mit dem Vogelgrippevirus über Nahrung
oder Getränke festgestellt worden. Es ist aber nicht
auszuschließen, dass Geflügel oder Vögel,
die viel anfälliger für das Virus sind, sich über
kontaminiertes Wasser mit dem Virus anstecken.
Da nicht abgedecktes Oberflächenwasser ständig
verschmutzt und nicht geklärt wird, hat das Virus darin
bessere Überlebenschancen. Dieses Wasser stellt damit
eine Gesundheitsgefährdung für empfindliche Vögel
dar. Für den Menschen stellt Oberflächenwasser in
punkto Vogelgrippe keine gesundheitliche Gefährdung dar.
Dennoch raten wir aus Hygienegründen allen Personen,
die schwimmen möchten an, Schwimmbäder aufzusuchen,
denn dort ist erwiesen, dass die zuständigen Behörden
das Wasser für geeignet erklärt haben.
Sollten wir mit der Situation einer massiven Infektion der
Wildvögel mit diesem Virus konfrontiert werden (was derzeit
nicht der Fall ist), wird das potenzielle Risiko des Oberflächenwassers
neu bewertet werden.
Derzeit ist das Tränken von Geflügel und
anderen Vögeln mit Wasser, das aus den Wildvögeln
zugänglichem Oberflächenwasser stammt (und das nicht
gegen Viren behandelt wurde) immer noch verboten:
- für gewerbliche und private Züchter
Sollte in Belgien ein Vogelgrippeherd entdeckt werden,
würde das Tränken von Geflügel und anderen
Vögeln mit Wasser, das aus den Wildvögeln zugänglichem
Oberflächenwasser stammt (und das nicht gegen Viren behandelt
wurde) verboten werden, und zwar für Geflügel und
Vögel aus gewerblicher und aus privater Haltung.
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