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Grippepandemie: Häufig gestellte Fragen
Allgemeines
Was versteht man unter Grippepandemie?
Wie häufig kommt eine Pandemie dieser Art vor?
Wann können wir die nächste Grippepandemie erwarten?
Worin liegt der Unterschied zwischen der sogenannten klassischen Grippe
und einer Grippepandemie?
Wie erfahren wir vom Beginn einer Grippepandemie?
Lässt sich eine Grippepandemie verhindern?
Besteht in Belgien das Risiko einer Pandemie?
Wie kann eine Pandemie Belgien erreichen?
Wie erfahren wir, dass die Pandemie Belgien erreicht hat?
Wie lange wird die Pandemie in Belgien dauern?
Welche Personen sind am stärksten gefährdet, im Zuge einer Pandemie an
der Grippe zu erkranken?
Wie viele Personen in Belgien werden bei einer Pandemie wahrscheinlich an
der Grippe erkranken?
Wie viele Personen drohen an den Folgen zu sterben?
Wie wird sich eine Pandemie auf die Strukturen der Gesundheitsversorgung
auswirken?
Welche wirtschaftlichen Folgen wird eine Pandemie haben?
In welcher Form werden die anderen gesellschaftlichen Sektoren betroffen
sein?
Werden Reisenden Einschränkungen auferlegt?
Welche Maßnahmen sind zur Bekämpfung einer Pandemie vorgesehen?
Welche Pläne werden auf internationaler Ebene vorbereitet, um einer
etwaigen Pandemie die Stirn zu bieten?
Über welche Pläne verfügen wir in Belgien, um uns auf eine Pandemie
vorzubereiten?
Warum ist plötzlich die Rede von einer weltweiten Pandemiegefahr aufgrund
eines neuen Grippevirus?
Was unternimmt die internationale Gemeinschaft, um die in Asien
herrschende Epidemie der Vogelgrippe A/H5N1 einzudämmen und damit die
Gefahren einer Grippepandemie zu reduzieren?
Welche Maßnahmen ergreift Belgien angesichts der gegenwärtigen
Bedrohung durch die gefährliche Vogelgrippe, die aviäre Influenza -A/H5N1
in den betroffenen Ländern?
Impfstoffe und antivirale Präparate?
Warum wird kein Impfstoff zur Bekämpfung der Grippepandemie hergestellt?
Wie viel Zeit wird die Herstellung eines Grippepandemieimpfstoffes in
Anspruch nehmen?
Bedeutet dies, dass für bestimmte Zielgruppen Prioritäten gesetzt werden?
Was versteht man unter antiviralen Medikamenten?
Verfügt Belgien über einen Vorrat an antiviralen Präparaten?
Haben antivirale Medikamente Nebenwirkungen?
Wie werden wir wissen, was zu tun ist?
Könnten bei Ausbruch einer Grippepandemie weitere Maßnahmen ergriffen
werden?
Was versteht man unter Grippepandemie?
Dabei handelt es sich um eine neue Grippe, die sich beinahe weltweit rasend schnell ausbreitet. Grippepandemien entstehen bei Wiederauftreten eines alten Stamms oder der Entstehung eines neuen Influenzavirenstamms des Typs A, gegen den die Weltbevölkerung kaum oder überhaupt nicht immun ist. Im Vergleich zur gewöhnlichen Grippe, die jeden Winter grassiert, befällt eine Grippepandemie mehr Menschen, verursacht ernstere Erkrankungen und gefährdet stärker die Stabilität einer Gesellschaft.
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Wie häufig kommt eine Pandemie dieser Art vor?
Zumeist liegen einige Jahrzehnte zwischen zwei Grippepandemien. Im vergangenen Jahrhundert hat es drei gegeben.
Jahr |
1918-1919 |
1957-1958 |
1968-1969 |
Art der Grippe |
Spanische Grippe |
Asiatische Grippe |
Hongkonggrippe |
Wahrscheinlicher Ursprung |
Ungewiss * |
China |
China |
Anzahl Todesfälle weltweit |
50 bis 100 Millionen |
1 Million |
1 Million |
* Die ersten Fälle wurden in Europa und Amerika erfasst
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Wann können wir die nächste Grippepandemie erwarten?
Das kann niemand mit Gewissheit sagen. Die Zeitabstände zwischen den früheren Pandemien weisen kein nachvollziehbares Schema auf. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Grippe bricht eine Grippepandemie nicht jedes Jahr aus.
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Worin liegt der Unterschied zwischen der sogenannten klassischen Grippe und einer Grippepandemie?
In nachstehender Tabelle werden die wichtigsten Unterschiede in Kurzform aufgeführt. In unseren Breitengraden macht sich die ‚klassische Grippe’ mehr oder weniger intensiv zur Winterzeit bemerkbar, während das Grippevirus auf der südlichen Halbkugel während unserer Sommermonate im Umlauf ist. Bei gefährdeten Personen kann eine gewöhnliche Grippe zu einer schweren Erkrankung führen, aber für die meisten von uns stellt sie keine lebensgefährliche Bedrohung dar. Jedes Jahr verändert sich der im Umlauf befindliche Virenstamm ein wenig, so dass jedes Jahr ein passender Impfstoff entwickelt werden muss.
Eine Grippepandemie wiederum wird durch ein Influenzavirus ausgelöst, das sich grundlegend von den jüngst im Umlauf befindlichen Virenstämmen unterscheidet. Diese Mutationen lassen sich nicht auf dieselbe Weise wie die der üblichen jährlichen Grippeviren vorhersehen, so dass kein geeigneter Impfstoff im Vorfeld hergestellt werden kann.
"Gewöhnliche" Grippe |
Grippepandemie |
Bricht jedes Jahr aus |
Im 20. Jahrhundert sind drei Grippepandemien ausgebrochen. |
Betrifft 5 bis 10 % der Bevölkerung |
Betrifft ca. 25 % der Bevölkerung, diese Zahl kann steigen. |
Lediglich die üblichen Risikogruppen erkranken ernsthaft. (Vor allem Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen) |
Jeder kann ernsthaft erkranken. |
Nach 1 bis 2 Wochen sind die meisten Patienten wieder völlig gesund. |
Die Zahl der schwerwiegenden Fälle liegt wesentlich höher, und das Sterberisiko ist bedeutend größer. |
Vor Beginn der jährlichen Grippesaison steht ein Impfstoff zur Verfügung. |
Im Vorfeld wird kein Impfstoff verfügbar sein. Die Nachfrage nach Impfstoffen wird die Produktionskapazität um ein Vielfaches übersteigen. |
Den Personen, die einer Risikogruppe angehôren,wird eine jährliche Impfung empfohlen. |
Der gesamten Bevölkerung wird eine Impfung empfohlen. |
Es stehen genügend antivirale Präparate für alle gefährdeten Personen bereit. |
Die antiviralen Präparate lassen sich nicht rechtzeitig herstellen. Die geringen weltweiten Vorräte werden den am schwersten Erkranken vorbehalten. |
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Wie erfahren wir vom Beginn einer Grippepandemie?
Die Weltgesundheitsorganisation zeichnet die gesamte Grippeaktivität weltweit auf und wird bei Beginn einer Pandemie den Ausbruch bekanntgeben. Als Erste werden die Regierungen informiert.
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Lässt sich eine Grippepandemie verhindern?
Die internationalen Instanzen bemühen sich unermüdlich, jegliche Pandemie im Keim zu ersticken. Das Grippevirus ist jedoch stark ansteckend, und da der größte Teil der Weltbevölkerung für die neuen Grippeviren anfällig ist, lässt sich deren Verbreitung höchstwahrscheinlich lediglich vorübergehend eingrenzen.
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Wie kann eine Pandemie Belgien erreichen?
Der Ausbruch einer Grippepandemie in Belgien wird höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen sein, dass sich Personen in Teilen der Welt, in denen das Virus bereits grassiert, angestecken und das Virus bei ihrer Rückkehr nach Belgien einschleppen.
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Wie erfahren wir, dass die Pandemie Belgien erreicht hat?
Belgien hat ein Überwachungssystem für das Influenzavirus eingerichtet. Das Nationale Grippezentrum kümmert sich um die genaue Indentifizierung der Viren in unserem Land. Damit kann ein möglicherweise pandemisches Grippevirus zügig erfasst werden.
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Wie lange wird die Pandemie in Belgien dauern?
Die nächste Pandemie wird gewiss wie beim letzten Mal in Asien ausbrechen. Ab diesem Zeitpunkt könnte sie unsere Region innerhalb von 10 Wochen erreichen. Eine Epidemie dieser Art dauert in der Regel 3-4 Monate. Wir müssen die Möglichkeit einer zweiten Pandemiewelle einige Wochen oder Monate danach berücksichtigen.
Diese Schätzungen stützen sich auf die Erfahrungen aus früheren Pandemien. Sobald eine Pandemie ausbricht, werden zuverlässigere Informationen verbreitet.
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Welche Personen sind am stärksten gefährdet, im Zuge einer Pandemie an der Grippe zu erkranken?
Eine Pandemie kennzeichnet sich durch den Umstand, dass jeder von uns erkranken kann. Dabei handelt es sich um ein neues Virus, gegen das niemand immun ist. Einige Altersgruppen oder –kategorien können anfälliger als andere sein. Dies können wir erst mit Sicherheit wissen, wenn sich das Virus im Umlauf befindet.
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Wie viele Personen in Belgien werden bei einer Pandemie wahrscheinlich an der Grippe erkranken?
Die vorherigen Pandemien haben gezeigt, dass ca. ein Viertel (25 %) der Bevölkerung an der Grippe erkranken wird. Dieser Prozentsatz kann jedoch niedriger oder höher ausfallen.
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Wie viele Personen drohen an den Folgen zu sterben?
Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Aggressivität des neuen Virus, den anfälligsten Alterskategorien, dem Zeitpunkt der Verfügbarkeit des Impfstoffes, der Wirksamkeit der antiviralen Medikamente sowie der Zahl der Personen, denen diese rechtzeitig verabreicht werden.
Geht man von den drei Pandemien des vergangenen Jahrhunderts aus, kann man sagen, dass die nächste Pandemie 1/5 bis 1/3 der Weltbevölkerung zu befallen droht. In unserem Land entspräche dies 2 bis 3 Millionen Kranken, die während eines Zeitraums von 8 bis 12 Wochen zu gleicher Zeit das Bett hüten oder im Krankenhaus behandelt werden müssten. Eine Zahl von 20 000 Todesfällen ist dabei nicht auszuschließen.
Die WHO geht davon aus, dass weltweit 2 bis 7 Millionen Menschen an den Folgen der Krankheit sterben werden. Hierbei handelt es sich um grobe Schätzungen.
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Wie wird sich eine Pandemie auf die Strukturen der Gesundheitsversorgung auswirken?
Eine Pandemie wird unser Gesundheitssystem erheblich belasten. Die Zahl der Grippekranken, die zu Hause, in einer Einrichtung oder im Krankenhaus behandelt werden müssen, wird sprungartig ansteigen. Die Krankenhäuser verfügen über einen medizinischen Maßnahmenplan, der bei Ausbruch der Pandemie zum Einsatz kommen wird. Lediglich die am schwersten betroffenen Patienten werden stationär behandelt werden. Die Heimkrankenpflege wird eine überaus wichtige Rolle spielen.
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Welche wirtschaftlichen Folgen wird eine Pandemie haben?
Jede Pandemie ist anders. Die wirtschaftlichen Folgen werden erst bekannt sein, sobald mehr Klarheit darüber besteht, wie sich die Pandemie entwickelt. Die Rate der Arbeitausfälle wird größtenteils davon abhängen, welche Alterskategorie am anfälligsten für das neue Virus ist,. Die gleichzeitige Abwesenheit zahlreicher Personen am Arbeitsplatz kann einen bedeutenden Ausfall der Arbeitsleistungen nach sich ziehen, auch bei den weniger wichtigen Dienstleistungen. Die Materialbeförderung und –lieferung werden stark eingeschränkt sein, nicht zu vergessen eine mögliche Einschränkung der Fahrten. Die Abwesenheitsraten in der Schule werden zwar nicht dieselben direkten Folgen haben wie die Abwesenheitsraten bei den Erwachsenen, aber sie werden aber indirekte Auswirkungen haben, weil die betroffenen Kinder versorgt werden müssen.
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In welcher Form werden die anderen Gesellschaftssektoren betroffen sein?
Eine Pandemie wirkt sich auf alle Gesellschaftsebenen aus; und zwar nicht nur aufgrund der eigentlichen Krankheit, sondern auch aufgrund etwaiger Reisebeschränkungen, einer Beschränkung der öffentlichen Verkehrsmittel, öffentlicher Veranstaltungen usw.
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Werden Reisenden Einschränkungen auferlegt?
Bricht außerhalb Belgiens eine Pandemie aus, ist es mehr als wahrscheinlich, dass eine Reisewarnung für Reisen in die betroffenen Gebiete ausgesprochen wird. Späterhin kann es sich entsprechend der Entwicklung der Pandemie als erforderlich erweisen, den Personenverkehr innerhalb Belgiens einzuschränken, um einer Verbreitung der Krankheit vorzubeugen oder diese zumindest einzuschränken.
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Welche Pläne werden auf internationaler Ebene vorbereitet, um einer etwaigen Pandemie die Stirn zu bieten?
Aufgrund ihres internationalen Charakters erfordert eine Influenzapandemie eine weltweite Zusammenarbeit, um angemessene Vorbeugungs- und Überwachungsstrategien zu erarbeiten. Die WHO hat Empfehlungen zum Umgang mit Situationen dieser Art herausgegeben und entwickelt seit 1952 ein Netzwerk zur weltweiten Überwachung der Influenza. Auch in den Vereinigten Staaten (CDC, Centers for Disease Control and Prevention) und Europa (EISS, European Influenza Surveillance Scheme) wurden Überwachungssysteme ins Leben gerufen. Das belgische nationale Überwachungsprogramm beteiligt sich aktiv am Netzwerk der WHO und des EISS. Eine Zusammenfassung dieser Überwachungsdaten ist im Internet abrufbar. Die internationalen Beziehungen erleichtern die Untersuchungen und den Datenaustausch zwischen mehreren Ländern. Hauptziel des von der Europäischen Kommission ausgearbeiteten gemeinschaftlichen Vorbereitungs- und Handlungsszenarios in Sachen Grippepandemie ist es, jeglichem Risiko eines Konflikts zwischen verschiedenen Nationalplänen vorzubeugen.
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Über welche Pläne verfügen wir in Belgien, um uns auf eine Pandemie vorzubereiten?
Die ersten Vorkehrungen zur Bekämpfung der Grippepandemie in Belgien wurden 1996 getroffen und haben 1998 zur Ausarbeitung eines Vorentwurfsplans geführt. Im Juni 2004 wurde ein Plan vom Hohen Gesundheitsrat positiv bewertet. Dieser Plan wurde kürzlich gemäß der jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen überarbeitet. Ziel dieses belgischen Entwurfs ist es, den zuständigen Nationalbehörden die Möglichkeit zu bieten, im Zuge einer Grippepandemie möglichst schnell und effizient zu reagieren. Er gibt einen allgemeinen Rahmen vor für eine integrierte nationale Vorgehensweise, die je nach tatsächlicher Bedrohung und Entwicklung der Pandemie angepasst werden wird. Ziel des Plans ist es, die Folgen für die Volksgesundheit und die Gefahr einer gesellschaftlichen Destabilisierung aufgrund des Zusammenbruchs der primären Dienste zu verringern. Dazu bedarf es einer kontinuierlichen Vorbereitungsarbeit der Dienste der Gesundheitsversorgung sowie der Gesellschaft. Der Hohe Gesundheitsrat empfiehlt die Impfung sowie die Verabreichung antiviraler Medikamente. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus (z.B. einschränkende Maßnahmen für Großveranstaltungen, Einschränkung der öffentlichen Verkehrsmittel, Schließung von Schulen) werden der Situation entsprechend umgesetzt.
Dieser Plan zur Pandemiebekämpfung fügt sich ein in den Rahmen des Noteinsatzplans (PUI / NIP) und des Medizinischen Einsatzplans (PIM / MIP). Er muss ebenfalls festlegen, in welchem Zusammenhang die einzelnen Gebietskörperschaften (und zwar die drei Regionen, die drei Gemeinschaften, die Provinzen und Gemeinden) eigene Pläne für die medizinische Versorgung und die Sozialdienste entwickeln müssen. Der angemessene Umgang mit einer Grippepandemie erfordert selbstverständlich eine koordinierte Vorgehensweise, die sich nicht nur auf das Gesundheitswesen beschränkt.
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Warum ist plötzlich die Rede von einer weltweiten Pandemiegefahr aufgrund eines neuen Grippevirus?
Die Vogelgrippe, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt weltweit in mehreren Ländern ausgebrochen ist, könnte Auslöser einer Pandemie sein. Unter Ausnahmebedingungen können sich bestimmte Vogelgrippeviren vom Tier auf den Menschen sowie auf andere Säugetiere – vor allem Schweine – übertragen und die Krankheit hervorrufen. Das derzeitige Vogelgrippevirus vom Typ A/H5N1 gehört zu diesen Viren, es kann sich aber nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Unter Experten herrscht eine gewisse Befürchtung, dass das Vogelgrippevirus möglicherweise zu einem neuen, von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus, gegen das der Mensch nicht geschützt ist, mutieren könnte. Dieses neue menschliche Virus könnte eine Pandemie auslösen.
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Was unternimmt die internationale Gemeinschaft, um die in Asien herrschende Epidemie der Vogelgrippe A/H5N1 einzudämmen und damit die Gefahren einer Grippepandemie zu reduzieren?
Die verschiedenen internationalen Organisationen behalten die Situation genau im Auge. Sie unterstützen und beraten die betroffenen Länder. Die beste Lösung zur Beendigung der Epidemie ist die sofortige Schlachtung aller infizierten Tiere, damit sich die Krankheit nicht weiter verbreiten kann.
Die Impfung (mit dem klassischen Grippeimpfstoff) des Personals der kontaminierten Betriebe und der Schlachthallen kann dazu beitragen, das Auftreten weiterer, möglicherweise für den Menschen gefährlicher Viren zu verhindern.
Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) veröffentlicht eine aktualisierte Liste der von einem Vogelgrippevirus betroffenen Länder.
Auf dem europäischen Kontinent gilt ein Einfuhrverbot für Volierevögel aus Asien.
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Welche Maßnahmen ergreift Belgien angesichts der gegenwärtigen Bedrohung durch die gefährliche Vogelgrippe, die aviäre Influenza -A/H5N1 in den betroffenen Ländern?
Die Regierung hat ein Interministerielles Kommissariat ‚Influenza’ unter der Leitung eines Interministeriellen Kommissars geschaffen. Dieser ist mit der allgemeinen Koordinierung der Maßnahmen und der Konzertierung mit allen betroffenen Instanzen auf föderaler, regionaler und gemeinschaftlicher Ebene betraut.
Dieser „Interministerielle Kommissar“ wird von einem wissenschaftlichen Ausschuss, einem Lenkungsausschuss, einem Mitarbeiterstab und einem Kommunikationsteam, das sich aus Delegierten verschiedener offizieller Dienste zusammensetzt, unterstützt.
Aufgabe des Interministeriellen Kommissariats ‚Influenza’ ist es, alle erforderlichen Maßnahmen für Tier und Mensch auf koordinierte Weise durchzuführen.
Derzeit bietet die Situation in Belgien keinerlei Anlass zu Sorge. Der Minister für Volksgesundheit hat dennoch eine Reihe von Maßnahmen ergriffen:
- Es wurden Präventivmaßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass die Vogelgrippe in Belgien ausbricht: vorübergehendes Einfuhrverbot für Geflügel aus den Risikoländern, Mitteilungen an Reisende, die in diese Gebiete reisen oder von dort zurückkehren, Stallpflicht, ...
- Die weltweite Entwicklung wird aus nächster Nähe verfolgt. Die Präventionspläne werden gemäß der Entwicklung der Bedrohungslage auf den neuesten Stand gebracht und den u.a. von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichten internationalen Empfehlungen angepasst.
- Belgien hat ein Überwachungssystem zur Früherkennung von Grippeinfektionen bei Tieren und Menschen eingerichtet.
- Die Problematik der Vogelgrippe bei Tieren wird von der Föderalen Agentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (FSN) genau im Auge behalten. Es wurden Maßnahmen ergriffen, um die Einschleppungsgefahr des Virus zu verringern. Tieren entnommene Proben werden vom nationalen Referenzlabor des Studien- und Forschungszentrums für Veterinärmedizin und Agrochemie (SFZVA) untersucht.
- Das wissenschaftliche Institut für Volksgesundheit (WIV) gewährleistet die Überwachung der Ansteckung des Menschen mit verschiedenen Grippevirentypen und befasst sich ebenfalls mit der Untersuchung menschlicher Proben. Die für die Volksgesundheit zuständigen öffentlichen Instanzen (Gemeinschaften und das föderale Büro für medizinische Überwachung) sind in diesen Prozess eingebunden.
- Sollten trotz allem Infektionsherde festgestellt werden, werden dieselben Vorkehrungen wie letztes Jahr getroffen: alle Personen, die mit erkrankten Tieren in Berührung gekommen sind, alle Personen, die in einem befallenen Betrieb leben sowie alle Privatpersonen, bei denen Tiere notgeschlachtet worden sind (Personen, die effektiv mit den Tieren in Berührung gekommen sind), werden vorbeugend geimpft. Ferner erhalten sie die Möglichkeit, vorsichtshalber antivirale Medikamente einzunehmen.
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Warum wird kein Impfstoff zur Bekämpfung der Grippepandemie hergestellt?
Weil hier die Rede von einem neuen Virus ist, das bislang noch nicht existiert, und weil wir nicht in der Lage sind vorherzusehen, wie sich dieses Virus genau zusammensetzen wird. Um jedoch einen wirksamen Impfstoff herzustellen, müssen wir im besitz des Virus sein und seine genetische Struktur kennen.
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Wie viel Zeit wird die Herstellung eines Grippepandemie-Impfstoffes in Anspruch nehmen?
Unter Berücksichtigung der weltweit vorhandenen Möglichkeiten werden ab Ausbruch der Pandemie mindestens drei bis sechs Monate benötigt, um den Impfstoff herzustellen. Erst dann kann die Großproduktion beginnen.
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Bedeutet dies, dass für bestimmte Zielgruppen Prioritäten gesetzt werden?
Ja. Bestimmte Gruppen müssen wahrscheinlich vorrangig geimpft werden. Hierbei handelt es sich in erster Linie um das Personal des Gesundheitssektors: da sie in der Lage sein müssen, die Kranken zu betreuen, ist darauf zu achten, dass sie aufgrund ihrer zahlreichen Kontakte nicht zur Verbreitung des Virus beitragen. Ebenso werden das Personal des primären Sektors (Grundversorgung) sowie die am stärksten gefährdeten Personen geimpft.
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Was versteht man unter antiviralen Medikamenten?
Antivirale Medikamente sind eigens für die Behandlung bestimmter Vireninfektionen bestimmt. Sie werden bei der Behandlung der pandemischen Grippe eine wichtige Rolle spielen. Antivirale Medikamente werden die Krankheitsdauer verkürzen, die Symptome lindern und die Komplikationen sowie die Schwere der Krankheit verringern. Vor allem in der Anfangsphase der Pandemie können sie außerdem dazu dienen, den Ausbruch der Grippe zu verhindern.
In einer Reihe von Ländern sind die antiviralen Präparate Amantadine und Rimantadine für die Behandlung der Infektion durch das Influenzavirus des Typs A erhältlich: sie sind beide gleich wirksam, aber der Wirkstoff Amantadine kann zu neurologischen Störungen führen, der Wirkstoff Rimantadine kann Magen-Darmbeschwerden hervorrufen. Außerdem führt die Einnahme dieser Präparate zu Resistenzen.
Bei der jüngsten Kategorie von Grippemedikamenten handelt es sich um die Neuraminidasehemmer. Neuraminidasehemmer können die Krankheitsdauer um 1 bis 2,5 Tage verkürzen und das Komplikationsrisiko senken, sofern die Behandlung binnen 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome aufgenommen wird. Derzeit sind die Wirkstoffe Zanamivir (Relenza®) und Oseltamivir (Tamiflu®) für die Behandlung der Influenza in Europa eingetragen. Der Wirkstoff Oseltamivir (Tamiflu®) kann ebenfalls vorbeugend gegen Grippe eingenommen werden (das Präparat Tamiflu® stellt allerdings keinen Ersatz für die jährliche Grippeimpfung dar). Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig.
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Verfügt Belgien über einen Vorrat an antiviralen Präparaten?
Ja, für den Notfall besteht ein Vorrat an antiviralen Präparaten. Die Regierung hat einen Plan ausgearbeitet, um einen Vorrat von 3 Millionen antiviralen Dosen anzulegen. Damit sind die Empfehlungen des Hohen Gesundheitsrates umgesetzt.
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Haben antivirale Medikamente Nebenwirkungen?
Die im Zuge einer Pandemie am häufigsten verabreichten antiviralen Medikamente sind in der Regel gut verträglich. In gewissen Fällen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.
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Wie werden wir wissen, was zu tun ist?
Diese Website www.influenza.be wird täglich auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem kann jeder Belgier für zusätzliche Auskünfte die gebührenfreie Rufnummer 0800 99 777 wählen. Es werden regelmäßig Mitteilungen im Fernsehen und Rundfunk veröffentlicht, in denen die Sachlage und die richtigen Maßnahmen erklärt werden. Personen, deren Zustand keinen dringenden Krankenhausaufenthalt erfordert, werden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.
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Könnten bei Ausbruch einer Grippepandemie weitere Maßnahmen getroffen werden?
Je nach Situation werden zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Virus angewandt (z.B. Maßnahmen zur Einschränkung von Großveranstaltungen, Einschränkung der öffentlichen Verkehrsmittel, Schließung von Schulen).
Die Solidarität in der Bevölkerung, die Unterstützung von kranken Familienangehörigen, Nachbarn und Freunden, die zu Hause gepflegt werden, die Einhaltung von Hygienetipps bei Husten (z.B.), der Verbleib zu Hause sowie die Einschränkung unserer Mobilität usw., alle diese Maßnahmen werden sich bedeutend auf die Folgen einer Pandemie auswirken. So kann jeder Bürger in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle spielen.
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